American Parliamentary Stil

American Parliamentary Stil

Der amerikanische Debattierstil orientiert sich lose an den Verfahren des britischen Parlaments und betont dabei die Argumentationen und Rhetorik, anstelle von detailliertem Fach- und Faktenwissen (vgl. American Parliamentary Debate Association 2013).

Beteiligte Personen

Jedes Team besteht aus zwei Mitgliedern und einem Sprecher, der für die Einhaltung der Regeln während den Runden sorgt und sich fortan an den Richter wendet. Ein Team steht für die Regierung, das andere für die Opposition (Siehe Grafik) (vgl. ebd.).

Britisch Parliamentary Style 1

      vgl. Streitkultur e.V. 2015

  1. Ministerpräsident: Spricht 2x (1. Eingangsstatement 7 Minuten; 2. Widerlegung 5 Minuten)
  2. Mitglied der Regierung: Spricht 1x (Redezeit 8 Minuten)
  3. Oppositionsführer: Spricht 2x (1. Eingangsstatement 7 Minuten; 2. Widerlegung 4 Minuten)
  4. Mitglied der Opposition: Spricht 1x (Redezeit 8 Minuten)
  5. Sprecher: sorgt für die Einhaltung der Regeln und bezieht sich auf den Richter
  6. Richter (vgl. ebd.)

Ablauf der Debatte 

Die Regierung stellt in dem Eingangsstatement einen Antrag/Fall vor, den die Opposition als inkorrekt darlegen muss. Die zwei Redner der Regierung und der Opposition sprechen jeweils im Wechsel (vgl. ebd.). Der Sprecher entscheidet am Ende jeder Runde, auf der Grundlage der Argumente, die in dieser Runde gemacht wurden, ob die Regierung ihren Antrag/Fall bewiesen oder die Opposition ihn widerlegt hat . Das Team, dessen Argumente überzeu-gender sind gewinnt (vgl. ebd.).

Neue Argumente können jederzeit während der ersten vier Runden gehalten werden. Neue Argumente können nicht während der Widerlegung, den letzten beiden Runden, gemacht werden. Der Ministerpräsident kann jedoch auf neue Argumente der Opposition reagieren, sodass die Widerlegungsrede zwar neue Antworten liefert, aber keine neuen Argumente darlegt (vgl. ebd.).

Interaktion

Das ist ein Mittel aller Debattanten und des Publikums, um den Redner auf Inkonsistenzen, argumentative Lücken, Abwegigkeiten und dergleichen hinzuweisen und zur Klarstellung anzuhalten. Dieses Mittel darf jedoch nur während der ersten vier Runden stattfinden (vgl. ebd.).

  1. Points of Information: Sie sind das Mittel der Gegenseite, um einen Redner zur genaueren Bestimmung seiner Position und seiner Argumente zu bewegen. Dabei kann der Redner entscheiden ob und wann die Nachfrage gestellt werden darf (vgl. ebd.).
  2. Points of Order: Wird von Teilnehmern gefordert, wenn diese das Gefühl haben, dass die Regeln gebrochen wurden. Es gibt zwei Möglichkeiten des Regelbruchs: Wenn der Redner seine Redezeit klar überschreitet und wenn in der Widerlegungsphase neue Argumente gebracht werden (vgl. ebd.).
  3. Points of Personal Privilege: Dient als Mittel, wenn jemand auf persönlicher Ebene verbal angegriffen und verletzt wird (vgl. ebd.).

Literatur

American Parliamentary Debate Association (2013): Guide. Rules. In:    http://www.apdaweb.org/guide/rules [Zugriff 09.10.2015].