Vordebatten

Vordebatte Siegen

„Brauchen wir eine europäische Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, die gesamteuropäische Solidarleistungen und somit Umverteilungsmechanismen umfasst, um die Zukunftsperspektiven der europäischen Jugend zu verbessern?“

Die erste Vordebatte befasste sich mit der Frage, ob die EU eine gesamteuropäische Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik braucht, um die Zukunftsperspektiven der europäischen Jugend zu verbessern. In der Debatte standen sich Befürworter und Gegner der gesamteuropäischen Solidarleistungen und Umverteilungsmechanismen gegenüber.

Die Befürworter appellierten dabei an das Ideal der Solidarität innerhalb der EU und hoben die Bedeutung der EU als Einheit hervor. Die contra-Seite verwies auf die Probleme der Finanzierung der Maßnahmen und betonte, dass sich die Mitgliedsstaaten in entscheidenden Faktoren wie den Mindestlohnniveaus heute noch deutlich unterscheiden. Auch das Thema Euroskepsis bzw. -populismus wurde von beiden Teams mit einbezogen, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise.

Die contra-Seite führte an, dass die benötigte Erhöhung des Eurobudgets ein Problem werden könnte, da populistische Parteien diese als Plattform benutzen könnten, um mehr Wähler zu generieren. Im Gegensatz dazu benannte die pro-Seite die mangelnde Solidarität als Nährboden für Euroskeptiker.  Insgesamt stellte die Debatte der beiden Teams sehr gut heraus in welchen Konflikten sich viele Reformen der EU abspielen: die Ideale, die sich die EU selbst gesetzt hat, treffen häufig auf Probleme der Durchführbarkeit.

Vordebatte Münster

„Sollte sich die EU militärisch in Syrien engagieren?“

Die Vordebatte beschäftigte sich mit der Frage, ob sich die EU militärisch in Syrien engagieren sollte. Hier debattierten sechs Masterstudierende aus dem Seminar von Dr. Matthias Freise. Die contra-Position stellte bei ihrer Argumentation besonders die Werte der EU in den Vordergrund. Denn Frieden, Sicherheit und Solidarität sind die Werte, die von der EU ausgehen und nach diesen Prinzipien ist auch zu handeln. Zusätzlich stellt der Bürgerkrieg in Syrien einen unübersichtlichen Krieg dar, da so viele Konfliktparteien vorhanden sind und eine militärische Intervention die Lage im Land nur noch mehr verschärfen würde. Somit würde Feuer mit Feuer bekämpft werden. Vielmehr sollten Diplomatie und Stabilität in den Vordergrund rücken.

Die pro-Seite, die klar für eine militärische Intervention plädierte, verwies darauf, dass sich die Diplomatie in der Vergangenheit nicht bewährt hat. Allein die Tatsache, dass immer mehr Menschen dem Krieg zum Opfer fallen sollte die internationale Staatenwelt, aber insbesondere die EU, dazu animieren sich im Bürgerkrieg zu engagieren. Dabei stellten sie immer wieder klar, dass eine militärische Intervention nicht bedeutet Krieg zu führen, sondern sie vielmehr bedeutet geschwächte Akteure innerhalb des Krieges zu unterstützen.

Vordebatte Köln

„Die EU sollte keine Parteien zur Europawahl zulassen, die die EU als politisches System explizit abschaffen wollen.“

Das Kölner NRW debattiert Europa Team beschäftigte sich in seiner Vordebatte mit der Frage, ob die EU Parteien abschaffen sollte, die das politische System der EU explizit abschaffen wollen. Auf der pro-Seite fanden sich Studierende wieder, die dafür stimmten, dass die Parteien, die das System der EU so nicht hinnehmen wollen, abgeschafft werden sollten, da sie den Bestand der EU gefährden. Hierbei wurde vor allen Dingen auf links- und rechtspopulistische Parteien Bezug genommen, die in ihrer politischen Machtausübung den Prinzipien der EU widersprechen.

Die Studierende der contra-Seite waren dahingehen der Meinung, dass dies der falsche Ansatz sei. Sie führten an, dass Menschen, die mit der Wahl von EU-kritischen Parteien ihrem Unmut Gehör verschaffen wollen, dann nicht mehr vertreten seien.  Demokratien sollten in der Lage sein auch kritische Stimmen auszuhalten. Mit einem Verbot würde nicht nur die Meinungsfreiheit beschränkt werden, sondern auch Wähler*innen die Möglichkeit genommen werden, eine Partei zu wählen, die ihren Vorstellungen und Wünschen nachkommt.

Vordebatte Bochum

„Sollen die europaskeptischen und rechtspopulistischen Fraktionen in die Mehrheitsfindung des Europäischen Parlaments einbezogen werden?“

Die Studierenden der Ruhr-Universität Bochum befassten sich mit der Frage ob europaskeptische und rechtspopulistische Fraktionen in die Mehrheitsfindung des Europäischen Parlaments mit einbezogen werden sollten. Dabei standen zunächst für die Bachelor- und Masterstudenten die Definitionen der Begriffe im Vordergrund, da geklärt werden musste, welche Fraktionen genau unter diesen Begriff fallen würden.

Im Anschluss daran baute die pro-Seite ihre Argumentation vor allem auf dem Motto der EU „In Vielfalt geeint“ auf und betonte, dass eventuell auch Parteien betroffen wären, die der EU zwar kritisch, aber dennoch konstruktiv gegenüberstehen. Die contra-Seite hielt dagegen, da ihrer Meinung nach die betroffenen Parteien und Fraktionen den Ausschluss anderer Gruppen beabsichtigen und somit keinesfalls inklusiv sein könnten. Sie gaben außerdem zu bedenken, dass Teile der Fraktionen sogar die Abschaffung des Europäischen Parlaments zum Ziel haben und es dadurch wenig ratsam wäre, diese Parteien in die Mehrheitsfindung mit einzubeziehen.

Während der Debatte forderten sich die Teams nicht nur gegenseitig heraus, sondern auch das Publikum beteiligte sich aktiv an der Debatte. Durch zahlreiche Zwischenrufe und Interventionen wurden die Debattierenden dazu aufgefordert schnell ihre Argumentationen anzupassen und dennoch nicht den Faden zu verlieren.

Vordebatte Duisburg

„Sollte es ein für alle Mitgliedsstaaten verbindliches System der Verteilung von Geflüchteten geben?“

Als letzte in der Reihe stellten sich die Studierenden aus Duisburg die Frage, ob es ein für alle Mitgliedsstaaten verbindliches System für Geflüchtete geben sollte. Die contra-Seite erläuterte, dass die aktuelle Dublin-Regelung ausreichend sei für die Verteilung von Geflüchteten und dass eine andere Regelung die Akzeptanz gegenüber der EU verringern könnte und somit einen Aufschwung für Rechtspopulismus bedeuten könnte. Dagegen hielt die pro-Seite, dass vor allem die ungleichmäßige Verteilung ein Erstarken des Rechtpopulismus fördern würde und plädierte dafür eine neue Regelung einzuführen. So solle eine systematische Benachteiligung der Erstaufnahmeländer verhindert und die Solidarität mit diesen gestärkt werden.

Die gegnerische Seite verdeutlichte, dass ein neues System keine politische Mehrheit erlangen könne und dass das Budget statt für die Verteilung von Geflüchteten lieber zu deren Versorgung genutzt werden solle. Sie sprachen sich deutlich dafür aus, den Fokus auf die Bekämpfung von Fluchtursachen zu legen. Dem stimmte die pro-Seite zwar zu, gab aber zu bedenken, dass das Asylrecht zu den Grundrechten zählt und somit keiner Kosten-Nutzen-Rechnung unterliegen dürfe. Insgesamt wurde das Thema leidenschaftlich, aber mit vielen Belegen unterfüttert, in Angriff genommen, während auch das Publikum versuchte sich durch Zwischenrufe und Fragen konstruktiv und herausfordernd einzubringen. 

Sollten Sie noch Fragen haben oder Informationen benötigen, dann kontaktieren Sie uns gerne.

info@nrwdebattierteuropa.eu

 

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